Is small cool?

•2012/01/10 • Hinterlasse einen Kommentar

Das Magazin Budget Travel veranstaltet eine Umfrage, bei der es darum geht, Amerikas „coolest small town“ zu bestimmen. Die meisten USA-Reisenden werden kleine Orte bestenfalls von der Durchfahrt kennen, denn die Ziele eines Amerika-Urlaubs heißen natürlich eher New York oder Las Vegas als zum Beispiel Cooke City, Montana. Dabei sind es eigentlich die small towns, die ein typisches Bild von Amerika zeichnen, wo man die interessantesten Menschen trifft und wo es oftmals auch die besten Fotomotive gibt – wer mag die Bilder von der alten Route 66 nicht?

Sehen wir uns das einmal an. In der Endauswahl bei Budget Travel findet sich unter anderem Weaverville, California, Einwohnerzahl 3807. Wer hätte gedacht, dass es genau hier den ältesten durchgängig genutzten chinesischen Tempel Kaliforniens gibt? Und ist es nicht ein verlockender Gedanke, dass man ebenso in rund zwei Stunden zum Mount Shasta gelangt, wie man in rund zwei Stunden zum Pazifik bei Eureka kommt? Auf dem nahegelegenen Trinity River kann man Rafting betreiben oder die Angel auswerfen, die Gegend ist mit ihrem ausgedehnten Wegenetz schön zum Radfahren und Golf spielen kann man auch. Und zum Abschluss bietet sich vielleicht ein Besuch in einer der vier Weinkellereien in der Umgebung an.

So ist auch Weaverville, CA ein gar nicht mal uninteressanter Ort. Wer hier ein paar Tage verbringt und dabei in einem der familiengeführten Hotels oder Bed and Breakfasts absteigt, kommt den Menschen in Amerika sicher näher als das in einem der Riesenhotels von Las Vegas möglich wäre. Small town America – nur für Fortgeschrittene.

Cowboy school!

•2012/01/02 • Hinterlasse einen Kommentar

Zu Weihnachten etwas Geld geschenkt bekommen? Ein paar Tage frei, um den Urlaub für 2012 zu planen? Dann hätten wir einen Vorschlag: Wer den amerikanischen Westen entdecken und erleben will, der findet auf einer Guest Ranch sicher das, was er gesucht hat und bekommt dazu noch ein Urlaubserlebnis, das im Bekanntenkreis sicher noch keiner hatte.

Aber: Wenn wir „Guest Ranch“ sagen, dann meinen wir kein 5-Sterne-Hotel, das Pferdebilder an der Wand hängen hat, sondern eine echte, wirklich als Ranch arbeitende Unterkunft, auf der Gäste – wenn sie möchten – am Ranchleben teilhaben können. Die Colorado Cattle Company ist so eine Ranch. Freundliche Gastgeber, komplette und einladende Ausstattung, authentisch-gutes Essen und viel Entspannung – wenn man will. Wer vom Faulenzen genug hat, kann nachmittags an der Cowboy School teilnehmen und den Umgang mit Lasso und Sattel lernen.

Mehr Informationen hier: www.coloradocattlecompany.de

Going in circles

•2011/11/18 • Hinterlasse einen Kommentar

Es gab große Pläne bei der Formel 1: Der Rennzirkus soll ab 2012 zurück in die USA kommen. Da gibt es zwar bereits die bei den Fans beliebte NASCAR-Serie, aber eben auch 300 Millionen Menschen mit riesiger Kaufkraft. So weit, so gut. Austin, Texas, wurde als Austragungsort für das Jahr 2012 gefunden und gleich im Jahr darauf will man die Menschen in New Jersey beglücken.

Nun aber holt Formel 1- Chef Bernie Ecclestone die Keule raus und droht mit der Absage des Events in Texas. Hintergrund: Dort will man an der neu zu errichtenden Strecke nicht weiterbauen, bevor nicht ein fester Vertrag für das Rennen unter Dach und Fach ist. Ecclestone aber lässt das nicht gelten und drängt auf den Weiterbau, ansonsten fliegt Austin halt wieder raus aus dem Rennkalender.

Nun mag es Bernie gewohnt sein, dass ihm Regional-, Kommunal- und Staatsregierungen zu Füßen liegen und wahrscheinlich hält er sich für eine Art Geschenk des Himmels für die Austragungsorte weltweit (die übrigens nicht nach sportlichen, sondern nach rein geschäftlichen Gesichtspunkten ausgewählt werden, sprich: Wer mit den größten Scheinen wedelt, bekommt ein Rennen). Wir meinen aber: Austin hat geistloses Im-Kreis-Fahren überhaupt nicht nötig. Die Stadt ist etwas ganz besonderes in Amerika, hat eine tole Atmosphäre und allerhand zu bieten. Sie nennt sich selbst „Live Music Capital of the World“, sie ist der Sitz des texanischen Gouverneurs und sie hat ein tolles Naherholungsgebiet rund um den Lady Bird Lake.

Wenn man sich mal vor Augen führt, dass schlappe 300 Millionen Dollar investiert werden mussten, um die Strecke zu bauen und dass die Austragung solcher Rennen für die Kommunen weltweit eigentlich immer ein Verlustgeschäft sind, dann ist es geradezu abenteuerlich von Ecclestone, den selbstherrlichen Zampano zu mimen und Austin nicht die Sicherheit eines unterzeichneten Vertrags zu geben. Wer am Ende einen Verlust erleidet, wenn der Zirkus abgesagt wird, ist für uns eigentlich offensichtlich.

Übrigens: Wer richtigen Sport sehen will, der ist in Austin genau richtig. Hier spielen nämlich die Texas Longhorns, eines der besten Collegeteams des Landes in Basketball und Football. Das ist echter, engagierter Sport mit tausenden begeisterter Fans.

 

Indian Summer in Indian country

•2011/10/05 • Hinterlasse einen Kommentar

Der Indian Summer, also die Zeit im Herbst, wenn die Blätter ihre Farben wechseln und ganze Wälder wie eine Staffelei erscheinen, wird in erster Linie mit dem Nordosten der USA assoziiert. Dabei gibt es natürlich auch im Südwesten des Landes ausgedehnte Laubwälder, deren Verwandlung im Herbst für stimmungsvolle Kulissen sorgen.

Einige interessante Routen, um Utahs Indian Summer zu erleben, hat das dortige Office of Tourism vor einigen Jahren schon online gestellt. Für New Mexico seien besonders die Sangre de Cristo Mountains bei Santa Fe für den Indian Summer empfohlen und ein Fernsehsender in Denver gibt Empfehlungen für Colorado und zeigt einige eindrucksvolle Bilder aus den letzten Jahren.

Übrigens: Wer sich in den USA auf die Suche nach den Gelb-, Rot- und Grüntönen des Herbsts machen will, der fragt die Einheimischen besser nach „fall colors“ statt nach dem „Indian Summer“; erstgenannter Begriff ist gebräuchlicher.

In deep waters

•2011/08/02 • Hinterlasse einen Kommentar

Lake Tahoe an der Grenze zwischen California und Nevada ist zweifellos eines der schönsten Ziele im Südwesten der USA. Der bis zu 500 Meter tiefe und für sein klares, leuchtend blaues Wasser bekannte See erhält seine Attraktivität durch die Bilderbuchlage zwischen Kiefernwäldern auf einer Höhe von 1900 Metern. Immer schon reizvoll waren aber auch die Unterschiede zwischen den beiden Seeufern: Während Nevada auf seiner Seite typisch Nevada war, Lodges, Hotels und Casinos errichtete, entschied man sich auf kalifornischer Seite für einen zurückhaltenderen Umgang mit dem Naturschatz. Trotz der über die Jahre gestiegenen Touristenzahlen in der Region blieb das kalifornische Ufer geprägt von Natur, kleineren Orten und begrenzter touristischer Infrastruktur.

Dabei bestimmen beide Bundesstaaten gemeinsam über Projekte, die den See und seine Ufergemeinden betreffen. In der Tahoe Regional Planning Agency, einer gemeinsamen Behörde, befanden beide Seiten über die weitere Entwicklung der Region. Genau dort allerdings haben die Vertreter Nevadas nun den Fehdehandschuh in den Ring geworfen, denn man fühlt sich von den Kaliforniern in der Weiterentwicklung der Destination blockiert. Nevada plant eine umfangreiche Erneuerung und Erweiterung des touristischen Angebots, möchte neue Unterkünfte und Casinos bauen lassen. Kalifornien setzt sich dem entgegen, legt Schwerpunkte auf eine nachhaltige, vorsichtige Entwicklung der Region.

Nevadas Haltung ist verständlich. Der Bundesstaat ist von der Rezession, von Schulden und Arbeitslosigkeit schwer geschlagen und verdankt einen Großteil seiner Einnahmen dem Tourismus. Es ist zu erwarten, dass sich Investitionen in die Region, die seit Jahren beständig sinkende Besucherzahlen verzeichnet, schnell rentieren. Auf der anderen Seite sind gerade die natürliche Schönheit des Sees, seine unberührt anmutende Umgebung und die Klarheit der Landschaft die touristischen Pfunde, mit denen man wuchern kann. Die Kalifornier sehen das prinzipiell genauso, haben aber andere Vorstellungen davon, wie die Touristendollars eingenommen werden sollen. Grüner soll der Tourismus werden, schonender und nachhaltiger.

Vielleicht ist es gar keine schlechte Idee, wenn man beide Seiten unabhängig voneinander arbeiten lässt. Letztlich werden die Besucher entscheiden, welche Entwicklung ihnen besser gefällt.

 

Mehr Informationen: Lake Tahoe bei Americanet

Emerald Bay

Teure Schönheit

•2011/06/19 • Hinterlasse einen Kommentar

Der Antelope Canyon im Norden Arizonas ist ganz ohne Frage eines der schönsten Fotomotive, das der amerikanische Südwesten vorzuweisen hat. Heerscharen von Hobby- und Profi-Fotographen pilgern hierher, um den einen magischen Moment zu erwischen, an dem das Sonnenlicht so in den Canyon einfällt, dass sich die berühmten Lichtkegel ergeben. Die Navajo, denen die Canyons und das umliegende Land gehören, wissen sehr wohl um die Attraktivität dieser Gegend und ersinnen immer neue Ideen, um daraus Profit zu schlagen. Trotzdem ist ein Besuch lohnend, wie diese tolle Fotogalerie eindrucksvoll beweist:

Imprints of Light

Bye bye, rat pack

•2011/05/08 • Hinterlasse einen Kommentar

Und wieder geht ein Stück amerikanische Geschichte: Das altehrwürdige Sahara Hotel und Casino, eröffnet im Oktober 1952, wird wohl noch in diesem Mai geschlossen. Schon seit einiger Zeit sind keine Zimmer mehr in einigen Gebäudeteilen zu reservieren und auch die Achterbahn vor dem Hotel ist nun bereits stillgelegt.

Das Sahara war ein Sinnbild der „goldenen Zeiten“ von Las Vegas. Zahllose Stars hatten das Hotel in den 50ern und 60ern zu einer In-Location gemacht. Frank Sinatra, Paul Anka, Marlene Dietrich, Sammy Davis Jr., Bill Cosby und Jerry Lewis sind nur einige der Namen, die hier aufgetreten sind. Auch die Originalversion von Ocean’s Eleven wurde 1960 im Sahara gedreht.

Wer sich jedoch heute am Strip umsieht, erkennt bald, dass das Sahara zu seinem eigenen Denkmal geworden ist. Das Vegas des 21. Jahrhunderts hat mit dem Vegas der 1960er nicht mehr viel gemeinsam und Bilder wie das von der ehrwürdigen Fassade und dem zwiebelförmigen Minarett vor dem Gebäude sieht man heute eigentlich nur noch in Bildbänden und Dokumentation zur Geschichte der Stadt.

Bleibt – ganz ohne Nostalgie – zu hoffen, dass an der Adresse des Sahara nicht ein weiteres gesichtsloses Glas- und Stahlkonstrukt errichtet wird. Dass die Stelle nicht leer bleiben wird ist klar, denn Las Vegas spürt gerade wieder einen leichten Aufschwung nach der tiefen Wirtschaftskrise. Die Stadt lebt, auch wenn ein Teil von ihr gerade von uns geht.

Kulturlos, geschichtslos?

•2011/03/27 • Hinterlasse einen Kommentar

Wer in Amerika als Tourist auf als solche ausgewiesene „historische Stätten“ stößt, der findet oft genug Gebäude, die kaum älter sind als man selbst. Tatsächlich ist die moderne Geschichte der USA seit der Besiedelung durch die Europäer ja recht übersichtlich. Aber: Schon lange davor hatten die amerikanischen Ureinwohner ihre Kulturen weiterentwickelt und weite Teile des Landes für sich erschlossen. Offenbar sogar weitaus länger, als man bisher angenommen hat.

In einer seit vielen Jahren erforschten Ausgrabungsstätte bei Salado zwischen Austin und Waco in der Mitte von Texas haben Archäologen nun Gegenstände gefunden, die älter als 15.000 Jahre sein sollen. Mit einem Schlag könnte sich so die Geschichte der USA um über 2000 Jahre verlängern, denn bisher war nur die Existenz der Clovis-Indianer nachgewiesen worden. Mehr dazu bei Stern.de 

Gut möglich also, dass es in Zentral-Texas bald eine echte Sehenswürdigkeit mit geschichtlicher Bedeutung gibt. Bis dahin aber lässt sich in Salado auch schon das ein oder andere entdecken: Das gemütliche Städtchen diente einst als Haltepunkt der Postkutsche, weist einige interessante Gelegenheiten zum Shopping von Kunsthandwerk auf und liegt in der Nähe zweier Seen mit Freizeitwert.

Lonely Ox

•2010/11/14 • Hinterlasse einen Kommentar

Foto des Tages aus New Mexico. Original wurde hier geposted:
http://www.trekearth.com/gallery/North_America/United_States/West/New_Mexico

What happens here stays here

•2010/11/14 • Hinterlasse einen Kommentar

Die USA Today macht in einem interessanten Artikel auf die Tatsache aufmerksam, dass der Slogan „What happens here, stays here“ im November 2010 bereits seit sieben Jahren die Headline für die Tourismuswerbung von Las Vegas darstellt. Für Vegas, eigentlich der Inbegriff des unablässigen Wandels, ist das in der Tat eine lange Zeit und man kann der Agentur R&R, aus deren Feder der Slogan stammt, ob der Beständigkeit und Einprägsamkeit nur gratulieren. „What happens here, stays here“ hat sich zu einem geflügelten Wort entwickelt, nicht zuletzt dank der Verwendung des Slogans in den – meist witzig gemachten – Werbespots, die die Las Vegas Tourism Authority im nationalen US-Fernsehen laufen lässt. Das neueste Beispiel für diese Spots findet sich bei Youtube .

Im Gegensatz zu vielen anderen Kreationen aus Werbeagenturen schafft es der Slogan nicht nur, im Kopf des Konsumenten zu verweilen, sondern er steht auch für sein Produkt. Las Vegas ist eine Stadt, die sich schon zwangsläufig immer neu erfinden muss, nicht nur, weil es diesen Anspruch an sich selbst hat, sondern vor allem auch, weil kaum etwas älter ist als das Entertainment von gestern. So werden die Hotelbauten immer größer, die Shows immer extravaganter, die Services immer ausgefallener.

Die Geschichte von Las Vegas ist ungefähr so bunt wie eine nächtliche Fahrt über den Strip. Gegründet von den Mormonen, groß gemacht von der Mafia. In den Anfangsjahren als Metropole des Glücksspiels lockte das verrucht-mondän-coole Image der Unterwelt, dann folgte eine Umgestaltung auf chic und Style und wieder ein paar Jahre später bemühte man sich um ein öffentliches Bild als Ziel für den Familienurlaub, dazwischen erfolgte eine – bis heute recht erfolgreiche – Konzentration auf den Geschäftsreisemarkt mit unzähligen Messen, Kongressen und Meetings, die hierher gelockt wurden. Dazwischen ist die Stadt immer wieder für tot erklärt worden, nur um kurz darauf umso schwungvoller die Wiedergeburt zu feiern. Nun also ist seit sieben Jahren wieder der Geist des „Alles geht“ eingekehrt, Vegas ist wieder Sin City und die Hotels übertrumpfen sich gegenseitig mit immer neuen adults-only Poolbereichen, mit Servicekräften in knapper Kleidung und mit Clubs, mit denen die immerwährende Erwachsenenparty befeuert werden.

Sicher, Stripshows, Oben-Ohne-Revues und Prostitution gab es in Las Vegas schon immer, nur jetzt hat man sie getreu dem guten alten Motto sex sells in den Vordergrund geschoben. Auch das wird aber wieder vorübergehen und vermutlich sogar schneller als erwartet, denn auch die momentan langsam wieder steigenden Besucherzahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Las Vegas eines der prominenten Opfer der Finanzkrise war und tiefe Löcher in viele Kassen gerissen worden sind. Gerade jetzt also braucht es neuen Lockstoff und der nächste Imagewandel ist bestimmt schon um die Ecke. Ein bisschen was aber bleibt immer zurück und fügt sich dann ein in das Las Vegas, das in den Köpfen existiert und das dann beim Besuch vor Ort trotzdem immer wieder anders aussieht.

 
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